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China-Reiseberichte

Der Versuch eines alles erfassenden Reiseberichtes muß sicherlich scheitern, deshalb eher hier ein paar Worte, Bilder, Impressionen, die den Wunsch haben, Eindrücke zumindest ansatzweise zu vermitteln. Im Oktober 1998 startete das erste WIA-Trainingscamp in Hangzhou, an welchem 14 Teilnehmer/innen aus Europa teilnahmen. Dazu vielleicht ein paar Worte zu Hangzhou: Was Beijing in Sachen Politik, Shanghai in Sachen Wirtschaft, ist Hangzhou in Sachen Kultur. Schon Marco Polo sagte einst: "Was am Himmel die Sterne sind, ist Hangzhou und Shuzhou auf der Erde!" Die Stadt der Dichter, Maler, Denker... und nicht zuletzt auch Insider-Tip für Taijiquan-Begeisterte.

Zu Beginn eines jeden Tages fand das alltägliche Taiji-Training unter Meister Xia Tao statt, der jeden Morgen um 6.30 Uhr mit seinem Fahrrad eintrudelte. Immer wieder waren die Teilnehmer beeindruckt von seinem Können, Wissen, aber auch von seiner Liebenswürdigkeit, mit der er geduldig immer wieder jeden einzeln korrigierte.

Neben dem täglichen Üben gab es natürlich etliches zu entdecken: Zum Beispiel das Lungjing-Tal, in welchem der einzigartige Lungjing-Tee wächst. Dort besuchten wir einen alten Freund von mir, Herrn Li, welcher dort selbst Tee anbaut.

Seine Frau (Foto) zeigte den Teilnehmern, wie man Teesorten unterscheidet, wie der Lungjing geerntet wird und natürlich gab es ein großes Probetrinken und Teetesten.

Natürlich gab es auch unzählige Gärten, Parks, Tempel und andere Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Unmöglich, hier alles aufzuzählen. Meister Xia Tao war natürlich nicht der einzige Lehrer den wir trafen. Da war z.B. noch Meister Yin Yin, ein hervorragender Vertreter des Chen-Stils, der seine Ausbildung in Chenjiagou abgeschlossen hatte und gerne einen Workshop für die Teilnehmer gab. Nicht zu vergessen auch mein Freund und Gönner Zhang Youquan (Meisterschüler von Chen Liqing und Hong Junsheng), welcher einen meiner Schüler als "tudi" (Privatschüler) angenommen hatte.

Wenn man mit so vielen Teilnehmern unterwegs ist, dann ist es fast normal, daß auch jemand in dieser Zeit Geburtstag hat. So diesmal mein Schüler Tamer, welcher recht große Augen machte, als Meister Xia Tao eine eigens für Ihn organisierte "echt chinesische" Geburtstagstorte präsentierte. Als kleine Überraschung für meinen Schüler hatte mir der Tenso (Koch) des Jingci-Tempels, in dem ich einige Zeit gelebt hatte, versprochen, ein vegetarisches Festessen zu arrangieren. Auf den Fotos sieht man sowohl Liu, den Koch, bei der Zubereitung, als auch unseren stolzen Tamer mitsamt Gruppe vor dem Speisesaal der Mönche..

Ach ja, eine der ältesten erhaltenen chinesischen Apotheken samt Museeum für chinesische Medizin gibt es in Hangzhou auch zu sehen, einschließlich getrockneter Schlangen, Eidechsen und reichlich Ginseng für Opi.

Alltägliches mag denn auch eine kleine Gottesanbeterin sein, die sich nachmittags auf Sylvesters Trainingshose verirrte (Er entschloss sich dennoch nicht, mit Tanglang Zhang zu beginnen, was verständlich ist, da ihn gerade Zhang Youquan als Schüler angenommen hatte).

Ob das alles sei? Nein, nur ein paar Sandkörner aus dem Strand der Eindrücke.

P.S. Schwerdt

 

Lesen Sie weitere Reiseberichte von Teilnehmern:

Tamer - "Alles Gobi oder was?"
Hertha - "Wenn der Hahn kräht sollst Du tanzen!"
(Interessant ist, dass obiger sowie Tamer und Herthas Reisebericht von der gleichen Reise berichten)

Bastian Wigele - "Hangzhou 2001"

 


Frau Li bei der Lungjing-Teeernte


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